Deprecated: mysql_connect(): The mysql extension is deprecated and will be removed in the future: use mysqli or PDO instead in /kunden/422654_55116/webseiten/keen-on-earth/_site/echo/bericht-uebersicht.php on line 4
06.-28.09.06
Tadschikistan
Tadjikistan & Gorno- Badakhshan _ Unbekanntes Land

06. September 2006_ Wir fahren nach Sari Tash und erreichen den letzten Pass in Kirgistan, den Kyzylart Pass, der uns nach Tadjikistan führt. Die Grenzstation befindet sich hinter dem Pass. Wir werden schnell, freundlich und korrekt abgefertigt. Es ist kaum etwas los an der Grenze im „Niemandsland". Allerdings werden wir hier nicht mehr wie in Kirgisien mit dem obligatorischen "Straswitje" sondern mit "Salom" oder "Wa alajkum assalom" empfangen. Nach der Unabhängigkeitserklärung Tadjikistans von der Sowjetunion im Jahr 1991 brach ein verheerender Bürgerkrieg aus, der bis 1997 andauerte, 60.000 Menschenleben forderte und über eine halbe Million Flüchtlinge zur Folge hatte. Auf Grund der großen wirtschaftlichen Probleme ist Tadjikistan heute auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen und wir sehen in den naechsten Wochen sehr viele Autos diverser Hilfsorganisationen (meistens nagelneue, sauteure Landcruiser, die wohl auch haeufig zu "Privatfahrten" benutzt werden - wir fragen uns manchmal, ob das Geld der Organisationen nicht fuer andere Dinge investiert werden sollte).

Seit Osh fahren wir auf dem so genannten Pamir Highway, der 1931 aus strategischen und Versorgungstechnischen Gründen vom sowjetischen Militär gebaut wurde und über insgesamt 760 Kilometer von Osh (Kirgistan) bis nach Khorog (Tadjikistan) führt. Die Landschaft ist bereits bizarr, doch was sich uns hinter der Grenze bietet ist unglaublich. Wir haben das Gefühl, als seien wir in dieser steinigen und schroffen Gegend je nach Farbe der Berge auf dem Mond oder auf dem Mars angekommen. Wir befinden uns auf 4000 Meter Höhe. Der Landcruiser atmet dicke, schwarze Russwolken aus und klettert schwerfällig über die Pässe.

Wir koennen uns kaum satt sehen an dieser steinigen Bergwelt. Unser Weg führt uns zuerst an den Kara Kul. Ein türkisfarbener See, umgeben von schneebedeckten Bergen. Wir passieren den kleinen Ort Karakul und werden dort direkt von einem Kontrollposten gestoppt. Aber die Polizisten sind sehr freundlich und wie sich im Laufe der nächsten Tage herausstellt, muessen wir uns auf einige Kontrollen mit „Registrierungen" einstellen.

Wir suchen uns einen schoenen Standplatz am See mit fantastischem Ausblick auf die umliegenden Berge, u. a. auch auf den 7134 Meter hohen Pik Lenin an der kirgisisch-tadjikischen Grenze. Die Nacht verbringen wir dick eingepackt in unseren Schlafsaecken und brauchen noch zusaetzlich unsere Decken. Am naechsten Morgen ist das Wasser in Muffins Napf und in unserem Wasserkanister gefroren.

Wir fahren weiter nach Sueden, um den zunaechst hoechsten Pass unserer Reise zu ueberqueren. Es ist der Akbaital Pass auf 4655 Metern Hoehe. Oben angekommen machen wir eine Pause, um den atemberaubenden Ausblick zu geniessen. Nach einigen Minuten trauen wir unseren Augen kaum - wir entdecken zwei Fahrradfahrer auf einem Tandem, die den Pass von Sueden her erklimmen. Es sind Monique und Allard aus Holland, die seit 3 Monaten unterwegs sind. Wir haben einen sehr netten Schnack mit den beiden, nachdem sie wieder einigermassen Luft zum Reden haben. Als die beiden sich fertig machen, um Richtung Kara Kul Pass abwaerts zu fahren, haelt ein Chevrolet Niva neben uns. Es sind zwei Italiener und 2 Tadjiken, die in Duschanbe fuer die italienische Organisation COOPI arbeiten. Sie arbeiten seit 2 Jahren an einem Projekt, welches die Trinkwasserversorgung einiger kleiner Doerfer und Staedte suedlich von Duschanbe wieder auf Vordermann bringen soll. Filippo, der das Projekt leitet, laed uns nach Duschanbe ein. Es ist kein Problem einige Tage bei ihnen, ca. 2 Kilometer vom Stadtzentrum Duschanbes entfernt, unterzukommen! Perfekt, wir freuen uns riesig, denn es gibt nichts Besseres als die Zeit mit einigen Leuten zu verbringen, die sich vor Ort ein bisschen auskennen.

 

08. September 2006_ Unser Weg fuehrt uns weiter in das kleine Staedtchen Murgab, wo wir u. a. versuchen wollen, uns beim oertlichen OVIR zu registrieren. Dies ist leider Pflicht fuer alle Auslaender, die durch Tadjikistan reisen. Beim OVIR angekommen ist es natuerlich nicht so einfach mit der Registrierung. Wir muessen einige Kopien (von den Paessen und den Visa) machen und werden zum Buero von ACTED geschickt. Dies ist eine Schweizer Organisation, die in Murgab viele interessante Projekte (Aufbau einer Schule, Einrichtung eines PC-Schulungsraumes incl. PC-Schulungen fuer die jungen Leute, Energiesparmassnahmen in Gebaeuden, Verbesserung der landwirtschaftlichen Grundlagen der Bauern uvm.) durchfuehrt. Hier gibt es auch einen kleinen Laden, der handwerkliche Produkte von Frauen aus der Umgebung verkauft. So entsteht hier eine neue Moeglichkeit fuer die Familien ein bisschen Geld zu verdienen. Gluecklicherweise koennen wir hier auch eine sehr gute Landkarte (1:50.000) von Gorno- Badakhshan kaufen, die uns fuer unsere Weiterreise noch sehr gute Dienste leisten soll. 

Kaum jemand kennt die autonome Region Gorno- Badakhshan in Tadjikistan (Gorno-Badakhshanskaya Avtonomnaya Oblast, kurz: GBAO), obwohl sie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts einen Fokuspunkt der Weltpolitik zwischen den damaligen Weltmächten Russland und dem britischen Empire in Indien war. In diesem „Great Game" ging es mit allen möglichen Tricks um die Vormachtstellung in Zentralasien, was nach einigen vergeblichen Bemühungen zu einer „politischen Grenzziehung" führte, die den Wakhan- Korridor (heute Afghanistan), als entmilitarisierten Puffer mit der angrenzenden autonomen Region Gorno- Badakhshan als Ergebnis hatte. Dieser politische Status von dem GBAO- Gebiet hat sich bis heute auch im unabhängigen Staat Tadjikistan erhalten. Um durch diese Region reisen zu koennen mussten wir eigens eine spezielle Genehmigung beantragen, welche an jedem Kontrollposten vorgelegt werden musste.

Am naechsten Tag wird dann unsere OVIR- Registrierung zur Haelfte fertig gestellt - da unsere Freunde von der Miliz in Murgab keinen Stempel haben, muessen wir in Khorog nochmals zum OVIR...

Auf unserer neu erworbenen Karte entdecken wir den See Yashil Kul, zu dem eine sehr duenne schwarze Linie, ein so genannter "dirt track" fuehrt. Aber wozu sind wir schliesslich mit unserem Landcruiser unterwegs! Wir fahren eine super Offroad- Etappe (ca. 35 km) und finden einen schoenen Standplatz nahe am See unweit einer alten Karawanserei. Nach einer wiederum sehr kalten Nacht brechen wir in Richtung Ishkashim- Region auf. Dies ist die suedlichste Region Tadjikistans und nach dem ersten Militaercheckpoint werden wir die naechsten Tage nun direkt an der Grenze zu Afghanistan bzw. des Wakhan- Korridors entlangfahren. Der entmilitarisierte Wakhan- Korridor ist ca. 300 km lang und an seiner schmalsten Stelle nur 20 km breit.

Auf unserem Weg nach Langan, wo wir uebernachten wollen, fahren wir an der Suedflanke der Shakhdara Range entlang und haben u. a. einen tollen Blick auf den "Engels Peak" (6507 Meter) und den "Karl Marx Peak" (6723 Meter). Im Sueden auf der afghanischen Seite ist die Hindukush Range allgegenwaertig. Dies ist ein sehr beeindruckender Gebirgszug und mit seinen unzaehligen schneebedeckten Gipfelpyramiden das schoenste Gebirge, das wir je gesehen haben.

Nachmittags fallen uns auf der staubigen Strecke Fahrradspuren auf und wir sind gespannt, zu welchem sportlichen Traveller die wohl gehoeren und ob wir ihn noch zu Gesicht bekommen werden. Nach ca. 20 Kilometern treffen wir dann den Schotten Calum, der neben seinem Fahrrad am Wegrand sitzt. Er macht Pause und trocknet sein Hab und Gut, da er am Vortag in einen Fluss gefallen ist. Calum ist mit einigen kurzen "Arbeitsunterbrechungen" schon seit zwei Jahren unterwegs und hat die letzten drei Monate in China und Kirgisien verbracht. Sein Plan ist es, von Khorog aus nach Afghanistan einzureisen. Angst vor den Taliban oder der derzeit sehr unsicheren Situation in Afghanistan hat er anscheinend nicht. Den Abend und die Nacht verbringen wir in der sehr huebschen kleinen Stadt Langar, welche direkt am Pamir Fluss liegt.

 

10. September 2006_ Am naechsten Morgen fahren wir weiter Richtung Westen, um die Quellen von Bibi Fatim zu besuchen. Nachdem der Pamir mit dem Wakhan zusammengeflossen ist, wird nun der Panji zu unserem ständigen Begleiter. Er ist der Grenzfluss zu Afghanistan und an manchen Stellen so schmal, dass es Joergen sogar gelingt, einen Stein nach Afghanistan zu werfen - wir sind also nur noch einen „Steinwurf" entfernt.

Nach einigen Kilometern treffen wir wieder auf Calum, der sich den Magen verdorben hat und etwas laediert neben seinem Rad am Strassenrand sitzt. Da sein Visum in einigen Tagen ablaueft und er schnell nach Khorog gelangen muss, nehmen wir ihn kurzerhand mit. Er (ca. 1,95m gross), sein Fahrrad und die Satteltaschen passen gerade so in den Cruiser - nur Muffin muss sich ein bisschen einschraenken und sich mit dem neuen "Zimmernachbarn" anfreunden. Gegen Nachmittag kommen wir nach kurzer Suche an der Bibi Fatim Quelle an. Nachdem Jessi mit einigen einheimischen Frauen im Bad war, haben Colum und Joergen das Vergnuegen sich die Badegrotte mit 4 alten Maennern aus dem benachbarten Sanatorium zu teilen. Das 43 Grad heisse Wasser laeuft direkt am Fels herunter und sammelt sich in einem Pool, in welchem man sitzen kann. Die aelteren Herren freuen sich sehr ueber unsere Gesellschaft und weihen uns in die Geheimnisse des heilenden Wasserbadens ein. Nach dem Bad klettern wir dann ueber eine uralte Eisenleiter in den kalten Wasserfall, der direkt neben der heissen Quelle vom Berg herabstuerzt. Anschliessend wird uns vom Kurarzt, der den Badebetrieb beaufsichtigt eine Schale mit schwarzem Tee, Milch und sehr viel Salz serviert. Das ist hier so ueblich im Pamir wird aber nicht unbedingt unser neues Lieblingsgetraenk werden. Erfrischt und ein wenig muede bekommen wir im Sanatorium nebenan noch ein leckeres Abendessen und fahren wieder die 300 Hoehenmeter zur Hauptstrasse am Pamirfluss herunter. Dabei nehmen wir Gulnara mit, die im Bibi Fatim Bad arbeitet, und bringen sie nach Hause. Normalerweise laeuft sie jeden Tag den Weg zweimal zur Arbeit - jeweils 10 Kilometer incl. 300 Hoehenmetern - Grosser Sport!

Wir werden dann von Gulnara eingeladen, in ihrem klassichen Pamirhaus zu uebernachten. Es gibt natuerlich noch ein zweites sehr reichliches Abendessen. Leider essen wir getrennt von den Frauen, die sich in den "Kuechenteil" des Hauses zurueckziehen. Das Haus selbst hat einen offenen Grundriss. Es gibt nur einen grossen Raum. Die Dachkonstruktion ruht auf den gemauerten und mit Lehm verputzten Aussenwaenden und 5 hoelzernen Stuetzten. Diese Stuetzen stehen in bestimmter Anordnung im Innenraum und symbolisieren die 5 Saeulen des Islam. Sie stehen fuer den Propheten Mohammed, seinen Schwiegersohn Ali, dessen Soehne Hussein und Hassan und Fatima, Tochter von Mohammed und Frau von Ali.

In der Mitte des Raumes befindet sich im Dach ein Dachfenster, welches mit einem Seilzug geoeffnet werden kann. Die Teile des Wohnraumes, die sich zwischen den Stuetzten und der Aussenwand befinden, sind podestartig um ca. 40 cm erhoeht. Hier wird gegessen, geschlafen und "gelebt". Auch der Kuechenbereich mit dem in den Boden eingelassenen Backofen (zum Backen des typischen Fladenbrotes, was wir allerdings inzwischen nicht mehr sehen koennen - was gaeben wir fuer ein frisches Vollkornbrot...) ist ebenfalls erhoeht.

 

12. September 2006_ Wir fahren weiter ueber Ishkashim nach Garm- Chashma. Hier kommen wir wieder in einem Sanatorium unter - diesmal ist es ein Sanatorium fuer Polizisten. Die scheinen allerdings keine Erholung zu brauchen, denn wir und Calum sind die einzigen Gaeste. Natuerlich gibt es hier wiederum ein tolles Thermalbad. Man kann sogar unter freiem Himmel mit Ausblick auf die umliegenden Berge baden. Calum verlaesst uns am naechsten Tag, da er in Eile ist, nach Khorog zu gelangen. Wir geniessen die Ruhe des Sanatoriums und ueberlegen, wie wir in den Iran kommen, falls die merkwuerdigen Turkmenen uns das Visum nicht erteilen. Wir wandern ins Tal hinein und machen einen Tag Pause.

Auf unserem Weg nach Khorog nehmen wir 3 Frauen mit und haben somit schon unseren naechsten Kontakt zu den sehr freundlichen Einheimischen. Wir uebernachten bei Farkhunda und ihrem Mann in der Wohnung in Khorog. Abends besichtigen wir den Bauplatz, an dem in den naechsten 25 Jahren die Aga- Khan- Universitaet entstehen soll. Ein riesiges Projekt, welches in drei unterschiedlichen Regionen (Khorog in Tadjikistan, Naryn in Kirgistan und einer Provinz in Kasachstan) realisiert werden soll. Und dies von keinem geringeren Architekten als Arata Isozaki.

Am naechsten Morgen bekommen wir dann unseren langersehnten OVIR- Stempel in unsere Reisepaesse. In Khorog treffen wir wieder auf Calum, der sich zwischenzeitlich entschieden hat, doch nicht durch Afghanistan zu radeln. Ein Freund hat ihm aus Afghanistan eine e-mail geschrieben und ihn vor der aktuell sehr unsichern Situation gewarnt. Es gibt im Norden Afghanistans anscheinend des Oefteren Schiessereien zwischen den Taliban und anderen rivalisierenden Gruppierungen.

In den naechsten beiden Tagen fahren wir ueber Kala-i Kumb nach Duschanbe. Die Strecke ist in einem unglaublich schlechten Zustand, so dass wir nur auf einen Kilometerschnitt von 25 km/h kommen. Leider bricht uns 150 km vor Duschanbe dann auch noch ein Teil des vorderen rechten Blattfederpaketes und wir muessen noch langsamer fahren. Nachdem wir Filippo angerufen haben, erreichen wir nach 10 Stunden Fahrtzeit endlich Dushanbe und fahren den Landcruiser in den Innenhof des wunderschoenen Stadthauses, in dem die Italiener ihr Buero und die Wohnraeume haben.

 

16. September 2006_ Nachdem wir uns gemuetlich in unserer neuen Unterkunft eingerichtet haben, das Auto ausgeraeumt und entstaubt ist und wir einen netten Sonntag mit Filippo und Genaro verbracht haben, begeben wir uns am Montag Morgen zur turkmenischen Botschaft. Der Konsul ist leider gerade ausser Haus, wir muessen am Nachmittag nochmal vorbeikommen. Beim zweiten Anlauf duerfen wir beim Konsul vorsprechen und das mit den Visa ist ueberhaupt kein Problem. Die koennen wir am Freitag abholen. Die Restriktionen fuer den Oktober wurden eine Woche vorher aufgehoben, wie wir spaeter erfahren haben. Schade - wenn wir das gewusst haetten, haetten wir uns nicht so beeilt und noch einige Tage mehr im Pamir verbracht... Aber wir sind sehr froh nun das Visum zu bekommen und keine Umwege ueber Kasachstan, Kaspisches Meer und Aserbaidschan machen zu muessen. 

Zwischenzeitlich machen wir uns auf die Suche nach einem Mechaniker, der die Blattfedern reparieren kann. Der ist auch schnell gefunden, schaut sich den Schaden bei COOPI im Hof an und meint, dass das alles ueberhaupt kein Problem sei. Er muesse nur die benoetigten Teile besorgen und das ganze morgen hier im Hof tauschen. Joergen ist sehr skeptisch. Zurecht, denn als der Meschaniker (der uebrigens sehr serioes eine fette Mercedes S-Klasse faehrt) am uebernaechsten Tag bei uns auftaucht, hat er 4 komplett neue Blattfederpakete dabei (leider auch noch die falschen, da viel zu schwach fuer unser Auto), die er uns fuer den Freundschaftspreis von 1000,- $ einbauen moechte. Vielen Dank und Tschuess! Wir moechten lediglich eine Reparatur. Aber wir finden bei einer anderen italienischen NGO (non government organisation) einen Mechaniker, der uns die beiden Federn ausbaut. Bei einem weiteren Betrieb werden nun auf beiden Seiten die untersten 5 Lagen der Pakete gegen jeweils 5 neue von einem Toyota HZJ 75 getauscht und wenige Stunden spaeter steht der Toyo wieder mit allen 4 Fuessen voll im Leben! Bei der Gelegenheit hat Joergen die vorderen Bremsbelaege getauscht, so dass wir fuer unsere weitere Fahrt nach Indien gut geruestet sind.

Unterdessen haben wir auch noch ein wenig Zeit, uns Dushanbe anzuschauen. Es ist ein sehr schoene Stadt, die unglaublich sauber ist. Hinter jedem Laternenpfahl steht zwar ein Polizist, aber die lassen uns immer nach einer kurzen Kontrolle problemlos unseres Weges fahren. Besonders auffaellig ist die Vorliebe der Tadjiken, alles moegliche mit vielen bunten Lampen zu erleuchten. Manchmal fuehlen wir uns ein wenig an Las Vegas erinnert (obwohl wir noch nie da waren). In dem Viertel in dem wir wohnen gibt es sehr viele grosse, neue Haeuser, die sich in sehr gutem Zustand befinden. Normalerweise sind die Grundstuecke von hohen Mauern mit grossen Toren umgeben und die Innenhoefe sind mit dichten Weinranken beschattet. So bleibt das Klima in den Hausern auch bei den hier ueblichen hohen Temperaturen sehr ertraeglich.

 

23. September 2006_ Am Wochenende fahren wir zusammen mit der COOPI- Truppe an den Iskanderkul bzw. Alexandersee, nach Alexander dem Grossen benannt, der hier vor 2500 Jahren schon mit seiner Armee Halt machte um anschliessend Samarkand zu erobern. Der See liegt 6 Autostunden von Dushanbe entfernt und wir muessen den Anzob Pass (3373 Meter) ueberqueren. Dies ist leider der miserabelste Pass seit wir aus Deutschland aufgebrochen sind - und wir muessen ihn am naechsten Tag zurueck fahren und auf unserem Weg nach Usbekistan nochmal drueber.... Aber der Weg lohnt sich. Wir erreichen gegen fruehen Nachmittag den See, der mit seinem fast unwirklichen Azurblau, umrahmt von wunderschoenen Bergen auf ca. 2000 Meter Hoehe liegt. Schnell finden wir ein altes russisches Erholungsresort, welches sich allerdings in einem bedauernswerten Zustand befindet. Abends am Lagerfeuer am Strand lernen wir einen Schweizer und einen Daenen kennen, die mit ihren Enduros im Juni von Kopenhagen aus auf ihre Tour gestartet sind www.letsgoexplore.com/WorldTour.htm. Sie sind mit zwei alten robusten Yamaha Tenere unterwegs. Wir verabreden uns in Duschanbe zu einem gemeinsamen Abendessen mit anschliessender Fotoshow ueber den Beamer von COOPI. Wir zeigen einige Bilder und kommen auch in den Genuss, etwas von der Tour von Anders und Laurent zu sehen. Vielleicht treffen wir uns in einigen Monaten in Indien wieder.

Wieder in Dushanbe angekommen, nutzen wir die verbleibende Zeit, um unsere Weiterreise nach Usbekistan vorzubereiten und die Internetseite endlich mal wieder mit zwei neuen Berichten zu versorgen. Joergen faehrt noch einen Tag mit Genaro und Filippo zu den Baustellen "auf dem Lande", um sich das sehr spannende Wasserversorgungsprojekt von COOPI anzuschauen.

Nun freuen wir uns schon auf Samarkand, Buchara und Chiva. Vorher wollen wir noch 2 ruhige Tage an den Sieben Seen nahe bei der usbekischen Grenze verbringen. Leider haben wir nur 12 Tage, die wir in Usbekistan sein koennen, bevor wir unseren kurzen Transittrip durch Turkmenistan in den Iran antreten.