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16.-18.10.06
Turkmenistan
Turkmenistan_ 3 Tage volles Programm

16. Oktober 2006_ An der Grenze angekommen, warten schon Oskar und Matt auf uns. Die beiden werden gemeinsam mit uns den 3-Tages-Trip durch Turkmenistan unternehmen. Wir mit dem Cruiser, die beiden mit einem gemieteten Auto plus Fahrer. Zusammen haben wir einen Guide, da man als Tourist nicht ohne durchs Land fahren darf. Turkmenistan ist von den ganzen „Stan- Laendern“, wohl das am wenigsten liberalste Land. Laengere Besuche sind nur mit einem Guide moeglich. Allerdings haben wir nicht erwartet, dass unser Guide in Form einer huebschen, blonden Russin auf uns wartet. Antonia ist nun fuer uns zustaendig. Mit Ihrer Hilfe sind die Formalitaeten an der Grenze schnell erledigt. Wegen Muffin muessen wir leider bis zum Mittag auf eine Genehmigung aus Ashgabat warten. Aber diese ist zum Glueck positiv. Etwas in Zeitverzug statten wir noch schnell den Denkmaelern der Stadt Keneurgench einen kurzen Besuch ab. Antonia erzaehlt uns ueber die Besonderheiten und wir bewundern das hoechste historische Minarett der Region. Gegen drei Uhr Nachmittags machen wir uns dann auf den Weg. Es geht direkt durch die Wueste Richtung Sueden. Dort erwartet uns in Darvaza eine besondere Sehenswuerdigkeit. Leider ist die Strasse dorthin mehr als schlecht. Und wieder ein tiefes Schlagloch und wieder ein lautes Krachen. Wir brauchen nicht lang, um zu wissen was das bedeutet. Federbruch! Die fette LKW Feder, die in Tashkent, Usbekistan neu eingebaut wurde ist durchgebrochen. Das darf einfach nicht wahr sein. Wir koennen es nicht fassen.
Wir haben gluecklicherweise noch die alte „Bandage“ zum fixieren der Feder vom letzten Federbruch dabei und so hangeln wir uns nun im Schneckentempo bei Nacht ueber die schlechte Piste. Matt und Oskar sind zum Glueck sehr entspannt und nehmen es leicht. Ihr Fahrer hat einen russischen UAS-Bus, der problemlos ueber die ueble Piste holpert.

Wir haben es kaum noch geglaubt, aber gegen 1 Uhr Nachts erreichen wir Darvaza. Ein verlassenes Fleckchen Erde mitten in der Wueste. Ein alte Jurte und alter Schrott zieren den Platz. Ziemlich kaputt vom langen Fahren und dennoch aufgeregt auf das, was uns jetzt erwartet, steigen wir zu den anderen in den Bus. Wieder schaukeln wir ungefaehr eine halbe Stunde durch Sandduenen in die Dunkelheit. Unser Ziel ist ein brennender Gaskrater mitten in der Wueste. Der einzige seiner Art. Schon von weitem koennen wir den hellen Schein des Feuers sehen. Wir parken ca. 100 Meter vor dem Loch und langsam offenbart sich ein irres Schauspiel vor uns. Vor ca. 50 Jahren wurde hier von den Russen Gas gefördert. Nachdem die Ausbeutung der Gasvorkommen nicht mehr wirtschaftlich war, hat man die Fabrik abgebaut. Das Gas, was in einem riesigen Krater unentwegt aus der Erde stroemt, hat man zur Sicherheit angezuendet. Der Krater hat ungefaehr einen Durchmesser von ca. 150 - 200 Metern und eine Tiefe von ca. 20 Metern, in dem unentwegt die Flammen lodern. Wir wandern um den Krater herum. Es ist ziemlich warm und Schwaerme von Insekten und Fledermaeusen fliegen ueber dem heissen Inferno. Im Sommer soll es hier ein besonderes Schauspiel geben, bei dem riesige Spinnen zum Krater laufen und sich in diesen hinein stuerzen. Niemand weiss, warum sie das tun. Wir sind allerdings froh, dass es gerade nicht die Jahreszeit fuer Spinnen und Skorpione ist…
Nachdem wir uns satt gesehen haben, kehren wir zum Camp zurueck und geniessen mitten in der Wueste ein leckeres Nachtmahl unter dem Sternenhimmel. Gluecklich und erschoepft fallen wir ins Bett. Trotz des Aergers mit dem Auto, der lange Weg hierher hat sich gelohnt.


17. Oktober 2006
_ Am naechsten Tag fahren wir die uebrigen 280 Km durch die Wueste. Wir trauen unseren Augen kaum, vor uns liegt eine brandneue Strasse. Wir fliegen quasi nach Ashgabat, der Hauptstadt Turkmenistans. Wir steigen alle im selben Hotel ab, nur Antonia muss sich leider schon von uns verabschieden. Sie gibt uns noch ein paar Tipps, wie man sich verhalten sollte, was man nicht fotografieren darf etc. Abends erkunden wir mit Matt und Oskar die Stadt. Riesige Baustellen saeumen die Prachtalleen. Unglaubliches wird hier gebaut. Der Stil erinnert an amerikanische Bauten in New York.
Wir wandern durch einen Park und bestaunen Dutzende von Springbrunnen, in allen Variationen und Formen.
Die ganze Stadt ist eine einzige Praesentation von Macht und Groesse. Wir enden in einem Restaurant im 9. Stockwerk eines Baus, welcher haette auch aus einer Starwars Episode stammen koennen. An der Aussenfassade des pyramidenfoermigen Grundrisses stürzen 4 Wasserfaelle in die Tiefe. Das Essen ist lecker und vor allem guenstig. Die Aussicht ueber die bis ins Kleinste beleuchtete Stadt unwirklich. Nach dem Essen muessen wir uns sputen, denn wir sollen bis 23 Uhr zurueck im Hotel sein. Es koennte sein, dass das KGB Interesse hat, uns zu kontrollieren. Man will schliesslich wissen, wo sich die Touristen im eigenen Land herumtreiben.


18. Oktober 2006
_ Nach einem Supermarkteinkauf, der alles zu bieten hatte, was man sich nur wuenschen kann, verabschieden wir uns von Matt und Oskar. Die beiden, gebuertig in England und Australien, bleiben noch in Turkmenistan und reisen danach weiter Richtung Aserbaidschan. Dann werden sie nach Japan gehen, um ihre neuen Jobs in Tokio anzufangen. Nachdem wir 150 Liter Diesel für ca. 1,20 € (so macht Autofahren Spaß!) getankt haben, treffen wir einen anderen Guide, der dafuer zustaendig ist, uns sicher aus Turkmenistan heraus zu begleiten. Gegen Mittag sind wir tatsaechlich durch den Zoll. Alles verlaeuft reibungslos. Direkt hinter der Turkmenischen Grenze liegt das Iranische Grenzgebaeude. Es bleibt gerade noch Zeit, das Kopftuch umzubinden, dann verlassen wir die „Stan- Laender“.